Sprengel Hanau - Sprengel Hanau

Tageslosung

12. Sonntag nach Trinitatis
Der HERR hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit.
Paulus schreibt: Wir sind Gehilfen eurer Freude.

An Karfreitag erinnern sich die Christen in aller Welt an ein trauriges Ereignis: die Kreuzigung Jesu. Warum ist das trotzdem ein Grund zum Feiern?
Wir feiern auch am Karfreitag Gottesdienst, aber anders.
Heute stehen keine Blumen auf dem Altar.
Der Karfreitag kennt keine Farbe – wenn überhaupt, dann die Farbe schwarz.
Wir lesen aus der Bibel, wie Jesus unschuldig und grausam am Kreuz stirbt.
Danach werden die Kerzen auf dem Altar gelöscht. Der Gottesdienst geht ohne Musik zu Ende.
In vielen Kirchen verstummen die Glocken nach dem Gottesdienst – bis zum Ostersonntag.
An Karfreitag feiern wir, aber anders. Und das ist gut so.
Denn wir erinnern uns an den gewaltsamen Tod Jesu.
Und wir denken an die Menschen, die heute grausam und unschuldig getötet werden.
Wir denken an die Opfer des letzten Sonntages unter den Christen in Ägypten.
Wir denken an die Toten von Stockholm, von Berlin, von Paris.
Wir denken an die vielen Toten in Syrien und im Irak.
Wir tun das in Trauer – und doch mit Hoffnung.
Wir tun das mit der Hoffnung, für die Jesus gelebt und mit der er gestorben ist,
mit der Hoffnung auf Gott, mit der Hoffnung auf ein Leben ohne Tod und ohne Gewalt.
Mit dieser Hoffnung feiern wir heute am Karfreitag!

Propst Bernd Böttner, Hanau